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Hartheimer Verein für Heimat- und Hochwasserschutz e.V.

 

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    Der  Verein hat seinen Sitz in Hartheim a/Rhein, ist beim Amtsgericht Staufen im Breisgau am 08.09.1987 unter VR 265 in das Vereinsregister eingetragen und ist als gemeinnützig anerkannt. Der HHH wurde am 19.12.1984 gegründet und kann bereits auf eine über 30-jährige Geschichte zurückblicken.

    Die Geschichte des HHH begann mit der Planung für den Bau eines überdimensionalen Hochwasserschutzwehres bei Rheinkilometer 220,5 (südlich von Breisach) zum Schutz der Städte und Gemeinden am Rhein nördlich von Iffezheim, insbesondere dem Raum Mannheim- Ludwigshafen.
    Der Rheinwald südlich von Breisach wäre dabei auf einer Fläche von 10 Quadratkilometern (doppelte Fläche vom Schluchsee) vollständig zerstört worden.
    Diese wie einige andere Planungsvarianten wurden im Laufe der letzten 20 Jahre als nicht umweltverträglich von den planenden Behörden verworfen.

    1988 wurde von der Landesregierung von Baden- Württemberg das Integrierte Rheinprogramm (IRP) verabschiedet, bei dem die Belange des Hochwasser- sowie des Natur- und Umweltschutzes gleichberechtigt berücksichtigt werden sollten.

    Der HHH war mit seinem Ansatz der Verbindung von Heimat- und Hochwasserschutz gewissermaßen ein Vordenker für das Integrierte Rheinprogramm, denn bei uns steht der Heimat-, das heißt Natur- und Umweltschutz im weitesten Sinne von Anfang an gleichberechtigt neben der Suche nach einem effektiven und effizienten Hochwasserschutz.

    In all diesen Jahren hat sich der HHH deshalb konstruktiv mit den Planungsbehörden, insbesondere der Gewässerdirektion südlicher Oberrhein, auseinandergesetzt und sich um vernünftige und umweltschonende Lösungen für die notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen bemüht.

    Heute, über 20 Jahre später, sind die Planungen für die "Tieferlegung von Vorlandflächen" im sogenannten "Rückhalteraum Weil- Breisach" weitgehend abgeschlossen.

    Im südlichsten Planungsabschnitt dieses Rückhalteraumes (bei Efringen-Kirchen/ Märkt) wurde im Januar 2009 bereits Waldflächen gerodet und die dortige Bevölkerung erkennt nun, was für massive Eingriffe in Natur- und Umwelt und damit in die Lebensqualität der Bewohner der rheinnahen Gemeinden verbunden sind.

    Wie sie den Presseberichten entnehmen können, ist die Betroffenheit groß, obwohl in diesem Planungsabschnitt die Rodungs- bzw. Auskiesungsbreite "nur" bei 90m liegt. In den Planungsabschnitten weiter nördlich, insbesondere bei Hartheim sind die geplanten Eingriffe in Natur und Umwelt jedoch weitaus größer. Hier soll der Rheinwald entlang des Rheins auf einer Breite von 500m bis 700m gerodet und der darunter liegende Kies entnommen werden (Auskiesung/Tieferlegung).

    Der HHH hat seit  2003 für den Raum Hartheim ein Modell vom "Optimierten Hochwasserschutz am Oberrhein" entwickelt, welche als "Hartheimer Lösung" oder "Bedarfswehr Lösung" diskutiert wurde.
    Eine noch bessere  Möglichkeit die Beeinträchtigungen von Natur, Umwelt und der hier lebenden Menschen zu minimieren, ist die "naturnahe Überflutung des Rheinwaldes", ohne Wehr und ohne großflächige Auskiesung, die sogenannte "FURTENLÖSUNG".
    Diese Alternative hat Professor Hans- Helmut Bernhart von der Universität Karlsruhe Ende 2008 in Hartheim vorgestellt. >>>(Wasserbauliche Studie)
    Im Dezember 2010 stellt Prof. Bernhart weiterführende Lösungsvorschläge und Berechnungen in einem Sachstandsbericht vor. Er vergleicht auch mit einem instationären, zweidimensionalen mathematischen Modell die Wirksamkeit der Varianten "Tieferlegung" und "Furt mit Rückhalt". Er belegt eindeutig: Die Tieferlegung führt NICHT zu einer Verbesserung der derzeitigen Situation, sondern zu einem höheren HW-Scheitelwert als im IST-Zustand.
    Am 4.8.2011 bereiste Umweltminister Franz Untersteller den Rückhalteraum Weil- Breisach und versprach eine intensive Prüfung des Alternativvorschlages Furtenlösung. Ende Januar 2012 erklärt sich das Land bereit weitere Untersuchungen und Berechnungen in Auftrag zu geben. Mit Zustimmung der Gemeinde Hartheim wird das KIT (Karlsruher Institit für Technologie) damit beauftragt. Zwischenzeitlich wurden die Arbeiten zur Kalibrierung abgeschlossen. Derzeit werden die für das Modell relevanten Hochwasserwellen mit der Hochwasservorhersagezentrale abgestimmt.

    Wir laden sie herzlich ein, sich zu informieren und mit konstruktiven Beiträgen und Kritik an der Lösung von diesem, wie sie schnell erkennen werden, äußerst komplexen, vielschichtigen und facettenreichen Problemfeld mitzuarbeiten.

    Beim Rheinwald zwischen Breisach und Weil a/Rhein handelt es sich um ein Ökosystem mit Elementen mediterraner Fauna und Flora von teilweise mitteleuropäischer Bedeutung hinsichtlich der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und daneben um ein wunderschönes Erholungsgebiet.

    Ihr Interesse und ihr Einsatz für den Rheinwald lohnen sich also auf jeden Fall!

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